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von Frederik am

Eine Radtour der längeren Art - mit dem Fahrrad dreimal um die Welt

Dreimal um die Welt, in der heutigen Zeit eine mehr als stolze Leistung für so manches motorisierte Gefährt. Das Ganze aber mit reiner Beinarbeit hinter sich zu bringen, dafür braucht es neben gut trainierten Waden auch jede Menge Willenskraft. Von Beidem hatte ein 53-jähriger Unternehmer aus den USA im letzten Jahr definitiv genug.

Kurt Searvogel

Die Oberschenkel brennen, der Schweiß läuft über die Stirn und der Allerwerteste rebelliert gegen eine an Bequemlichkeit nicht zu unterbietende Sitzposition. Ob mit Verspätung auf dem Weg zur Arbeit oder nach dem Verschlafen auf dem Weg in die Uni, ein Jeder kennt dieses Gefühl, wenn mit dem Fahrrad in Eile die letzten Minuten bis zum Ziel vor Einem liegen.

Man will sich nicht vorstellen, wie es dem ein oder anderen Fahrer (oder allen?!) auf der Tour de France gehen muss, wenn er nach über 3.500 Kilometern nochmal aus dem Sattel steigt. Man will sich jedoch noch viel weniger vorstellen, wie sich der US-Amerikaner Kurt Searvogel in den letzten Etappen seiner ganz eigenen Tour gefühlt haben muss.

365 Tage im Fahrradsattel

Denn wenn der 53-Jährige nicht gerade dabei war, etwas Schlaf zu bekommen oder eine tägliche 10.000 Kalorien-Ration in sich hineinzuschaufeln, dann saß er auf dem Sattel seines Fahrrads – Tag ein, Tag aus, 365 Tage am Stück. Am vergangenen Wochenende schließlich war die freiwillige Tortur für Searvogel zu Ende. 122.432 Kilometer hatte der Ausdauerathlet am Ende auf dem Buckel, oder besser gesagt, auf dem Sattel. Auch die ein oder andere Fahrradreparatur an seinem Rennrad konnte Searvogel nicht bremsen, eine mobile Fahrradreparatur mit jeder Menge Fahrradzubehör und einem Arsenal Fahrradteile war zu jeder Zeit an seiner Seite.

Im Durchschnitt 330 Kilometer verbrachte Searvogel täglich auf der Straße, vor Augen einen Rekord, der unglaubliche 76 Jahre Bestand hatte. Zum Vergleich: Von Hannover bis in die Finanzmetropole Frankfurt sind es gerade einmal 19 Kilometer mehr! Eine Vielzahl von Stürzen, eine akute Asthmadiagnose und die Scheidung von seiner Ehefrau konnten den Softwareunternehmer aus Little Rocks, Arkansas, bei seiner Radtour nicht stoppen.

Redord gebrochen

Der bisherige Rekord lag bei 120.805 Kilometern. Aufgestellt 1939 zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs vom Briten Tommy Godwin. Wenn man jedoch bedenkt, dass Godwin mit einem Vier-Gang-Fahrrad und einer Familienpackung Damenseidenslips ausgestattet war (richtig, gepolsterte Radlerhosen gab es noch nicht), darf man auch in Zeiten immer neuer Rekorde gerne nochmal vor einem Zweitplatzierten den Hut ziehen.

Es wird wohl lediglich eine Frage der Zeit sein, bis auch der aktuelle Rekord gebrochen wird. Während Sie wahrscheinlich in gemütlicher Sitzposition diese Zeilen lesen, treten der Brite Steve Abraham und der Neuseeländer Bruce Berkeley bereits fleißig in die Pedale. Geht es nach Ihnen, wird es nicht noch einmal so lange dauern, bis der Rekord erneut fällt. Wohl alles eine Sache des inneren Schweinehundes, und auch Oberschenkel wachsen schließlich mit ihren Aufgaben.

Bei soeben neu entstandenen Rekord-Phantasien, denen einzig noch das kaputte Fahrrad im Weg steht – Veloyo hilft gerne!

#keepwheelsturning

Foto by Blake Gordon

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Frederik

Über den Autor: Frederik

Being a young boy Frederik could be found on the saddle of his bicycle more often than in school. He loves the feeling of freedom when cycling around, which is why he still chooses bike over bus at any time.