Der Veloyo Blog

von Constanze am

Fahrradfahren in Berlin

Berlin als Fahrradstadt hat noch einen weiten Weg vor sich, um nicht nur von sich selbst also solche bezeichnet zu werden. Investition in Infrastruktur für Fahrradfahrer, Sicherheit auf der Straße und ein erhöhtes Bewusstsein für das Fahrrad sind notwendig und stehen auf der Agenda.

Berlin Bild

Platz 30 von 39 als Fahrradstadt, gevotet von den eigenen Bewohnern. Berlin, da ist noch Luft nach oben! Dennoch war für uns schnell klar, dass Veloyo in Deutschlands Hauptstadt nicht fehlen darf. Und so gibt es uns seit Anfang 2016 in Berlin.

2004 selbst zur Fahrradstadt ernannt, hat sich Berlin auf die Fahnen geschrieben das Fahrrad als Transportmittel zu fördern und zu verbreiten. Seitdem ist einiges passiert, doch noch immer ist mächtig Luft nach oben. Berlin bemüht sich Anreize zu setzen, damit Berliner das Auto stehen lassen und sich für das Gestell mit zwei Rädern entscheiden.

Einige Erfolge lassen sich bereits verzeichnen: Der Radverkehrsanteil in Berlin ist um 50% auf insgesamt 15% gestiegen. Die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow haben den größten Anteil an Fahrradfahrern. Doch auch im Rest von Berlin ist eine Zunahme zu verzeichnen. Mittlerweile werden jeden Tag rund 1.590.000 Fahrten mit dem Rad gemacht. Auf 1000 Haushalte kommen 730 Fahrräder, aber nur 324 Autos. Die Vorteile des Fahrradfahrens liegen dabei auf der Hand. Gerade in Berlin ist es angenehm staufrei von A nach B zu kommen und sich gleichzeitig noch zu bewegen. Um diesem erhöhten Bedarf entgegen zu kommen, wurden 16 Fahrradstraßen gebaut, welche eine besonders sichere Fortbewegung ermöglichen sollen.

Trotz aller Bemühungen hat Berlin noch einen weiten Weg vor sich. Besonders der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) fordert mehr Geld für Investitionen in die Infrastruktur. Mindestens 30 Millionen € werden verlangt. Der ADFC fordert vor allem mehr Investitionen für Personal, Radverkehrsanlagen und Sanierungen alter Fahrradwege. Zunächst eine hohe Summe, die jedoch deutlich kleiner erscheint, wenn man bedenkt, dass dies in der Höhe weniger als 10% der Ausgaben für den Autoverkehr darstellen.

Pläne gibt es für alle drei vom ADFC geforderten Punkte. Der Großteil der angekündigten Maßnahmen, die eine Nennung als Fahrradstadt näher bringen würden, wurden nicht umgesetzt. Und trotz der deutlich höheren Anzahl an Fahrradbesitzern im Vergleich zu Autobesitzern, wird der urbane Raum vom Autoverkehr dominiert. Kein Wunder, dass die Berliner selbst ihre Stadt laut ADFC Fahrradklima-Test 2014 nur mit mangelhaft bewerteten. Bundesweit liegt Berlin somit nur auf Platz 30 von 39.

In Berlin bedarf es aufgrund der steigenden Anzahl an Fahrradfahrern außerdem neue Überlegungen zum Thema Fahrrad parken. Amsterdam dient hier als Vorbild - nicht nur mit seinem “fietsflat”, dem bekannten 3-stöckigen Parkhaus für Fahrräder. Allerdings gestaltet sich eine entsprechende Planung für Berlin aufgrund der dezentralen Aufteilung etwas schwierig.

Neben einer Verbesserung der Fahrradwege schaffen auch sichere Abstellanlagen Anreize, das Fahrrad zu nutzen. Die Bedrohung durch Kriminalität spielt auf jeden Fall eine Rolle in der Planung künftiger Infrastrukturmaßnahmen. Die erhöhte Nutzung des geliebten Zweirads hat auch einen Anstieg an Diebstählen mit sich gebracht. In Berlin wurden deutschlandweit die meisten Fahrräder gestohlen. 58% mehr als noch vor zehn Jahren, insgesamt 30.800 Diebstähle geliebter Fahrräder wurden gemeldet.

Schlimmer noch als gestohlene Fahrräder sind Fahrräder, die kaputt im Keller oder auf der Straße einrosten. Für eine möglichst einfache Reparatur gibt es Veloyo in Berlin. Der Mechaniker kommt zum Fahrrad, egal wo es steht. Somit gibt es keine Ausreden mehr. Das Gebiet, welches durch Veloyo zur Zeit abgedeckt wird, seht ihr auf dem Titelbild.

Meistgelesene Artikel auf dem Veloyo Blog:

VANMOOF im Test

Aus Alt mach Neu

E-Bike Erfahrungsbericht

Veloyo in Berlin

5 Dinge, die für jedes Fahrrad wichtig sind

Constanze

Über den Autor: Constanze

Constanze has recently swapped her beloved but rickety dutch bike against a much faster racing bike that she uses to get to work, meet friends or exercise. For her cycling is a way of getting from A to B without being stuck in traffic.