Der Veloyo Blog

von Constanze am

Fahrradfahren in London

Fahrräder kommen nicht direkt in den Sinn, wenn man an London denkt. Dennoch wird das Zweirad vermehrt zum Teil des Stadtbildes. Besonders dank Bemühungen des Bürgermeisters Boris Johnson. Invesitionen in Fahrradinfrastruktur, Sicherheit und Verfügbarkeit von Fahrrädern stehen auf der Agenda und zeigen ihre ersten Auswirkungen.

Veloyo in London - London Eye

London: Der Big Ben, rote Telefonboxen, die königliche Familie, schwarze Taxen, Fahrräder… Fahrräder?! Ja genau, Fahrräder. Denn obwohl London’s Stadtbild nicht durch das Transportmittel mit zwei Rädern geprägt ist, so passiert in London derzeit vieles, um daran etwas zu ändern. Mit Veloyo in London liefern wir ein weiteres Argument für das Fahrrad als Transportmittel. Und das ist dringend notwendig.

Im gesamten Vereinten Königreich fahren nur 4% regelmäßig Fahrrad. Im Vergleich zu den Niederlanden mit 43% und Dänemark mit 30% wird klar, dass Fahrradfahren für die Briten einfach noch keine hohen Stellenwert hat. London beispielsweise kann definitiv (noch) nicht als Fahrradstadt bezeichnet werden. Man kann es den Londonern nicht verübeln, dass sie das Fahrrad als Transportmittel bisher verschmähten. Einerseits ist die Infrastruktur für Fahrradfahrer nicht besonders gut ausgebaut, andererseits herrscht so viel Verkehr, dass sich nur die Hardcore-Fahrradfahrer auf London’s Straßen getraut haben. Allerdings arbeitet London zurzeit dran, an diesem Status etwas zu ändern, nicht zuletzt dank des aktuellen Bürgermeisters Boris Johnson. Er hat es sich auf die Fahnen geschrieben das Fahrradfahren in London zu etablieren.

Die Vision ist ähnlich der anderer Städte: Fahrradfahren soll zum selbstverständlichen Bestandteil des Alltags werden, als Transportmittel nicht mehr nur eine Notlösung, sondern eine ernsthafte Alternative sein. Dafür hat der Bürgermeister in einem ausführlichen Report seine Pläne geschildert, welcher sich in vier zentralen Punkten zusammenfassen lässt:

  • Es soll ein umfangreiches Netzwerk an Fahrradwegen und -straßen entstehen. Neben klar getrennten Fahrradwegen nach holländischem Vorbild, stehen sich verbindende Fahrradstraßen und Cycle Highways im Fokus. Acht dieser Cycle Highways gibt es schon, die als Schnellstraßen für Fahrradfahrer einen Anreiz setzen sollen, mit dem Fahrrad in die Innenstadt zu fahren. Für einen entsprechenden Ausbau stehen 550 Millionen britische Pfund zur Verfügung.
  • Die Straßen sollen sicherer werden. Hier geht es hauptsächlich um die Verbesserung von gefährlichen Kreuzungen und Straßen, damit sich ein jeder Londoner mit dem Fahrrad auf die Straße traut.
  • Der Fahrradanteil am Verkehr soll sich deutlich erhöhen. Bis 2020 sollen es mindestens doppelt so viele Fahrradfahrer werden. Neben der Verfügbarkeit von Fahrrädern soll außerdem ein Fokus auf dem Potenzial von E-Bikes liegen.
  • Daran anknüpfend eine klare Verbesserung des Stadtbildes nach dem Motto “Village in the city”. Fahrradwege sollen zu einem grüneren Stadtbild beitragen und die Atmosphäre entspannter und ruhiger gestalten. In den Vororten Londons sollen Mini Hollands entstehen.

Die Pläne sind da, einiges hat sich bereits verändert und zeigt Auswirkungen. Während im Jahre 2000 nur 64.000 Fahrradfahrer zur Hauptverkehrszeit in Central London unterwegs waren, sind es 2014 schon 137.000 gewesen. In ganz London werden mittlerweile täglich 610.000 Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. 2016 sollen 80.000 neue Fahrradparkplätze geschaffen werden. Außerdem gibt es mit den Boris Bikes (nach Bürgermeiser Boris Johnson benannt) das erste Stadtrad-System Londons. Es besteht aus 11.000 Fahrrädern an 750 Stationen. Die erste halbe Stunde ist ähnlich wie bei Hamburg’s Stadträdern umsonst.

Wir sind gespannt, wie es weitergeht und welche Rolle das Fahrrad für London in Zukunft einnimmt. Mit Veloyo liefern wir den Londonern mindestens ein weiteres Argument ihr Fahrrad aus dem Keller zu befreien und regelmäßiger zu benutzen.

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Über den Autor: Constanze

Constanze has recently swapped her beloved but rickety dutch bike against a much faster racing bike that she uses to get to work, meet friends or exercise. For her cycling is a way of getting from A to B without being stuck in traffic.